Der Bümpliz Kalender 2023 zum Thema Handwerk und Gewerbe ist erschienen.

Die gewerblich-industrielle Entwicklung

Bümpliz profitierte im späten 19. Jahrhundert von der ausgezeichneten Verkehrslage an den beiden Eisenbahnlinien Bern – Freiburg und Bern – Neuenburg sowie an die Anbindung ans Strassennetz. Arbeiter, Beamte und Angestellte der eidgenössischen und kantonalen Ämter in der Stadt Bern nahmen hier ihren Wohnsitz. So verdreifachte sich die Bevölkerungszahl zwischen 1850 und 1910: 1850 zählte Bümpliz rund 2 000 Personen, 1900 waren es 3 000, 1910 gar 6 500 Einwohnerinnen und Einwohner.

Der dichten Besiedlung folgte die gewerblich-industrielle Entwicklung. Zwischen 1890 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 fand ein rasantes wirtschaftliches Wachstum statt. Das ehemalige Pfarr- und Bauerndorf Bümpliz entwickelte sich zu einem gefragten Standort für innovative Gewerbe- und Industriebetriebe. Einige Unternehmen erlangten einen nationalen oder gar internationalen Ruf. Christian Gfeller entwickelte seine mechanischen Werkstätte zu einem bekannten Fernmeldetechnik Konzern. Albert Bentelis Druckerei und Verlag stieg zur modernsten europäischen Druckerei auf. Die Schokoladendragées von Walter Gysi wurden zum Verkaufsschlager. Die Toblerone, deren Produktion 1984 und 1985 nach Bümpliz verlegt wurde, gelangt von dort in hundert verschiedene Länder.

Nach der Gründungs- und Wachstumsphase erlebten die grösseren Betriebe schwierige Zeiten. Schweizerische Monopole wie zum Beispiel der Telekommunikation fielen und der internationale Wettbewerb wuchs. Besonders betroffen waren die Fernmeldebetriebe Gfeller AG und Hasler AG.

Die Gedenkschrift zu Ehren von Paul Loeliger (1921 - 2001), dem Gründer des Ortsarchivs Bern, fand grossen Anklang. Sie ist vergriffen. Im Moment werden zwei Exemplare für die Ausleihe in der Bibliothek Bümpliz vorbereitet. 
Die Gedenkschrift enthält Beiträge von Personen, die Paul Loeliger eng verbunden waren und die ihn gut gekannt haben.
Herausgabe: Ortsarchiv Bümpliz, November 2021

Der Bümpliz Kalender 2022 widmet sich dem Thema Vereine und Freizeit.

Freizeitaktivitäten und Vereinsleben in Bümpliz

Das gesellige Beisammensein, gemeinsame Erlebnisse und auch gemeinsame Anstrengung halten eine Gemeinschaft heute wie damals zusammen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Blick zurück.

Bis in die vorindustrielle Zeit lebten die Menschen im Rhythmus der Jahreszeiten und der religiösen Feste. Noch heute ist bei uns das bäuerliche Leben stark durch den Rhythmus der Natur bestimmt. Das Septemberbild zeigt einen Herbsttag beim alten Schloss. 1926 ist es im Besitze der gemeinnützigen Genossenschaft Bümpliz. Das Verarbeiten der Ernte ist zugleich ein freudiger Anlass, bei dem man sich trifft.

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstand ein neues Phänomen: Freizeit im heutigen Verständnis ist das Resultat einer strengen Trennung zwischen Erwerbsarbeit und Erholung. Die Arbeitszeit betrug durchschnittlich 12 bis 14 Std. pro Tag. Das eidgenössische Fabrikgesetz reduzierte diese 1877 auf 11 Std. Nun wurde es für die Arbeiterschaft möglich, Unterhaltungsangebote zu nutzen: Wirtshausbesuche, Feste, Jahrmärkte prägten ihre Freizeit. Damit entstand ein Freizeitbewusstsein. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren viele Vereine wie Gesangsvereine, Schützen- und Turnvereine sowie religiöse Vereine entstanden, welche den Angestellten und Arbeitern gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Modell für eine eigene Vereinskultur dienten.

Der Kalender 2022 führt Sie anhand ausgewählter Bilder durch das Thema Freizeit und Vereinsleben in Bümpliz.

Bümpliz-Kalender 2021

Vom Kalender 2021 haben wir noch einige wenige Exemplare, die wir gratis abgeben. Melden Sie sich in der Bibliothek Bümpliz oder im Ortsarchiv.

„Bümplizer Geschichte(n)“, Band 2

Nach dem grossen Erfolg des ersten Bandes „Bümplizer Geschichte(n)“ im Jahre 2016 erschien auf August 2019 die zweite Ausgabe der kurzweiligen Chronik über das einstige Dorf Bümpliz und heutigen Stadtteil VI. Wiederum versteht es der Autor Max Werren in fünfzehn verständlichen und vielfach amüsanten Erzählungen den Leserinnen und Lesern die Vergangenheit des „Wilden Westens“ von Bern auszuleuchten. Die Rückblende geht in kurzen Abschnitten vom Mittelalter über die schwierige Zeit der Eingemeindung bis in die jüngste Zeit. Unterstützt wird er in seiner Arbeit durch die Mitautorinnen und Mitautoren Margrit Sager, Vinzenz Bartlome, Konrad Stamm und Walter Thut. Das Buch weist wiederum eine grosse Zahl historischer und aktueller Aufnahmen und Abbildungen auf, die der Öffentlichkeit bislang nicht zugänglich waren.

Die nachstehenden Publikationen wurden von Max Werren, ehemaligem Ortsarchivar, verfasst:
  • „Handwerk und Gewerbe in Bümpliz 1909-2008“ (2009, im Auftrag Gewerbeverein KMU Bern-West)
  • „Bümplizer Geschichte(n)“ – historischer Abriss über die 2000-jährige Geschichte von Bümpliz in sechzehn Kapiteln (2016)
  • „Bümplizer Geschichte(n)“, Teil 2 (2019)